Pressemitteilung 06. August 2014

Diabetes lässt uns keine Wahl!: „Diabetes STOPPEN – jetzt!“-Kampagne zeigt Flagge bei  bevorstehenden  Landtagswahlen im Osten

Die Kampagne „Diabetes STOPPEN –  jetzt!“ geht abermals in eine neue Runde. Über die Kampagnenseite können Wahlberechtigte für die Landtagswahlen in Sachsen (31. August), Brandenburg und Thüringen (jeweils 15. September) direkt in Kontakt treten zu ihren Abgeordneten im Wahlkreis und ihre Anliegen zum Thema Diabetes zur Sprache bringen. Die östlichen Bundesländer zählen zu den Regionen mit den höchsten Diabetesvorkommen in Deutschland, deshalb ist der Handlungsbedarf hier besonders groß.
 
„Wir gehen mit unserer Kampagne in die nächste Runde, denn der Diabetes lässt uns keine Wahl“, so Vorstandsvorsitzender Professor Dr. med. Thomas Danne. „Mitte Juli haben wir zwar einen historischen Meilenstein gefeiert: In einer mehrheitlichen  Entschließung haben die Länder im Bundesrat der Bundesregierung empfohlen, einen Nationalen Diabetesplan auf den Weg zu bringen – diese Empfehlung ist aber rechtlich nicht bindend. Deshalb müssen wir weiterkämpfen, insbesondere in den östlichen Bundesländern, wo die Prävalenz der Erkrankungen besonders hoch ist“.
 
Nach den Ende 2013 veröffentlichten, repräsentativen Daten des Diabetes-Atlas der Barmer GEK ist die Diabetesprävalenz in den ostdeutschen Bundeländern mit durchschnittlich 9,7 Prozent in Thüringen, 9,9 Prozent in Brandenburg und 10,4 Prozent in Sachsen und überdurchschnittlich hoch.
Während Thüringen und Brandenburg für einen nationalen Diabetesplan stimmten, hatte ausgerechnet das Land Sachsen mit der höchsten Prävalenz Vorbehalte.
 
„Wir müssen deshalb in Sachsen weiter für die Sinnhaftigkeit eines nationalen Diabetesplans werben und in Thüringen und Brandenburg die Landespolitiker um Unterstützung für die Umsetzung auf Bundesebene bitten“, macht Danne klar.
 
„Mit einer neuen und prioritären Verankerung des Diabetes in einem Bundespräventionsgesetz – so wichtig dies ist – ist es noch nicht getan. Denn in der Versorgung von auch zukünftig weiter steigenden Patientenzahlen mit Diabetes liegt eine große Herausforderung, der wir mit einer konzertierten Aktion auf Bundesebene begegnen müssen. Mehr Versorgungsforschung, besser ineinander verzahnte Versorgungs­strukturen, eine effektivere Verwendung von Ressourcen und eine sinnvolle und gezielte Ausweitung von Schulungsangeboten – das alles kann ein Präventionsgesetz nicht leisten. Dazu brauchen wir einen nationalen Diabetesplan – und ich hoffe darauf, dass meine ärztlichen Kollegen im Osten hier nicht nachlassen und dies  ihren Landesvertretern jetzt kurz vor der Wahl noch einmal ganz deutlich vor Augen führen“, appelliert PD Dr. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
 
„Im letzten Jahr waren wir überrascht, wie zahlreich Betroffene und ihre Familien sowie auch die Vertreter von Diabetesberatungs- und Schulungsberufen sich erstmals im Bundestagswahlkampf auf die politische Kampagne eingelassen haben. Viele sind dadurch erst politisiert worden und haben begriffen, dass man für seine Anliegen heute auch kämpfen muss“, so Elisabeth Schnellbächer, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD). „Deshalb hoffe ich, dass alle Wahlberechtigten, die jetzt mutiger geworden sind oder mutiger werden wollen, sich nun an der Kampagne in den ostdeutschen Bundesländern beteiligen. Der Zeitpunkt ist günstig: alle Landtagskandidaten wollen gewählt bzw. wiedergewählt werden“, schmunzelt Schnellbächer.
 
„Die Kampagne bietet eine große Auswahl an Mitmachmöglichkeiten und für jeden ist etwas dabei: von der Terminabsprache mit einem Landtagskandidaten, über die Versendung vorformulierter Briefe und E-Mails mit dem Forderungskatalog der Diabetesorganisationen, über eine E-Postkarte an Gesundheitsminister Gröhe, die Spende eines Geldbetrages, das „Liken“ der Facebookseite etc. Wir bitten alle, die das Thema etwas angeht, mitzumachen“, lädt Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes“ zum Mitmachen ein.