Pressemitteilung 31. März 2016

Weltgesundheitstag am 7. April 2016 mit Schwerpunkt Prävention und Behandlung von Diabetes: Hohe Diabetes-Dunkelziffer: Etwa 2 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen

Der Weltgesundheitstag am 7. April 2016 stellt erstmals die Prävention und Behandlung von Diabetes in den Mittelpunkt. Die Stoffwechselerkrankung – insbesondere Diabetes Typ 2 – nimmt weltweit und auch in Deutschland unverändert dramatisch zu. Das zeigen neue globale Daten der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF)* aus dem Jahr 2015. Schon heute sind weltweit 415 Mio. Menschen betroffen; im Jahr 2040 werden es bereits über ein Drittel mehr sein (642 Mio.). In Deutschland hat sich die Zahl der neu Erkrankten seit Beginn des Jahrtausends um 40 Prozent erhöht. Mittlerweile sind 6,7 Millionen Menschen hierzulande an Diabetes erkrankt, darunter zwei Millionen Menschen , ohne es zu wissen. Auf die hohe und gefährliche Dunkelziffer macht diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe im Rahmen ihrer gesundheitspolitischen Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ aufmerksam. Auf einer Pressekonferenz am 5. April 2016 in Berlin stellt die gemeinnützige Organisation Zahlen und Fakten rund um die Diabetes-Zunahme vor und erörtert unter anderem mit politischen Vertretern, welche Maßnahmen zur Vorbeugung und früheren Diagnose der Stoffwechselerkrankung notwendig sind.

Wie viele Menschen genau mit Diabetes Typ 2 „unerkannt unterwegs“ sind, beruht auf den Schätzungen unterschiedlicher Daten, anhand derer sich eine Spanne zwischen 1,3 und 2,2 Millionen Menschen mit einem bisher unentdeckten Diabetes in Deutschland ergibt. „Die Dunkelziffer liegt in jedem Fall in Millionenhöhe, wir gehen von etwa zwei Millionen Betroffenen aus“, sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Kinderkrankenhaus AUF DER BULT in Hannover.

Einer der Gründe für die hohe und ungenaue Dunkelziffer ist, dass Diabetes Typ 2 häufig sehr lange auch von Betroffenen unbemerkt verläuft – ein zu hoher Blutzuckerspiegel verursacht keine Schmerzen und jahrelang oft zunächst auch keine weiteren Symptome. Zudem gibt es in Deutschland nach wie vor keine strukturierte Diagnostik. „Der Umfang der im Rahmen der hausärztlichen Versorgung angebotenen Untersuchung ‚Check-up 35‘ reicht nach unser Ansicht zur Frühdiagnostik nicht aus“, betont Professor Danne. Gerade Menschen mit einem hohen Risiko für Diabetes Typ 2 seien in dem regelmäßig alle zwei Jahre finanzierten Gesundheits-Check ab dem Alter von 35 Jahren nicht eindeutig identifizierbar.

Im Rahmen der Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ fordert diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hier eine Ausweitung des „Gesundheits-Check 35“ zu einem „Gesundheits-Check 35 plus D (Diabetes)“ mit einer Erweiterung um den Langzeitblutzuckertest (HbA1c-Wert). Diese und weitere mögliche Maßnahmen diskutieren Professor Danne und weitere Vertreter aus Verbänden und Politik auf der Pressekonferenz am Dienstag, 5. April 2016, 11.00 bis 12.00 Uhr in Berlin.

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hat die mehrjährige gesundheitspolitische Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ 2013 gestartet. Dieses Jahr stellt sie die Aspekte Dunkelziffer und Folgekosten in den Mittelpunkt.

Der Weltgesundheitstag wird jährlich weltweit am 7. April begangen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948. Sie legt jährlich ein anderes Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Weltgesundheitstag fest. Ziel ist es dabei, dieses aus der Sicht der WHO vorrangige Gesundheitsproblem ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken.

Mehr Informationen unter:

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

„Diabetes STOPPEN – jetzt!“

*IDF-Atlas 2015

Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2016

Weltgesundheitstag 2016

Terminhinweis:

Weltgesundheitstag am 7. April 2016: „Prävention und Behandlung von Diabetes mellitus“:

Pressekonferenz zum Thema „Diabetes, das Millionengrab: Hohe Dunkelziffer, hohe Folgekosten“ in Berlin

Termin: Dienstag, 5. April 2016, 11.00 bis 12.00 Uhr

Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 2-3, Schiffbauerdamm 40/Ecke Reinhardtstraße 55, 10117 Berlin