2. Gesunden Lebensstil fördern

   

  1. Einrichtung einer Fett- und Zuckersteuer gegen Übergewicht!
  2. Jeden Tag eine Stunde Sport und/oder Bewegung in der Schule!
  3. Kein Verkauf von Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken an Schulen, Trinkwasserstationen an allen Schulen und Betrieben!
  4. Ausweisung von Broteinheiten (BE) auf verpackten Lebensmitteln!
  5. Nährwertkennzeichnung für „Food-to-go“, direkt neben der Preisauszeichnung (z.B. die „Ampel“)!
  6. Leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite verpackter Lebensmittel!
  7. Keine Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel und Getränke (zu fett, zu süß, zu salzig), die sich an Minderjährige wendet!
  8. Verbindliche Qualitätsstandards für die Schulverpflegung und in Betriebskantinen!

 


 

Unsere Forderungen im Detail

 

1. Einrichtung einer Fett- und Zuckersteuer gegen Übergewicht!
 
Fett und Zucker sind billige Hauptzutaten in hochindustriell verarbeiteten Lebensmitteln und fördern die Entstehung von Übergewicht und in der Folge auch von Diabetes. Wer eine Vorliebe für fett- und/oder zuckerreiche Produkte entwickelt hat, kommt schwer wieder davon los. Auch wenn Ernährungsexperten zu maßvollem Genuss ermahnen – die Versuchung lauert überall! Wir fordern, Ungesundes teurer und Gesundes billiger zu machen. Dies kann umgesetzt werden, indem der Mehrwert­steuersatz für ungesunde Produkte anhand ihres Fett- und Zuckergehaltes so erhöht wird, dass sie um mindestens 20 % teurer werden. Gleichzeitig sollten gesunde Lebensmittel verbilligt werden. Die Mehreinnahmen aus der Besteuerung ungesunder Konsumweisen sollten durch eine Senkung des allgemeinen Mehrwertsteuer­satzes den Bürgern aufkommensneutral zurückerstattet werden.
 
Eine Alternative wäre, im bestehenden Mehrwertsteuersytem eine Spreizung der Mehrwertsteuer anzustreben (19 % auf ungesunde, 0% auf gesunde Lebensmittel).
 
Lebensmittelproduzenten erhalten so auch einen Anreiz, ihre Produktrezepturen gesünder zu gestalten. So ergibt sich eine verbesserte, Gesundheit und Wirtschaftswachstum fördernde Steuerstruktur.

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2. Jeden Tag eine Stunde Sport und/oder Bewegung in der Schule
 
Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. In der Schule müssen Kinder während des Unterrichts stillsitzen. Dies mag ein Grund dafür sein, dass mit Eintritt in die Schule das Übergewicht bei Kindern einen deutlichen Sprung nach oben macht. Deshalb brauchen Kinder mehr denn je einen Bewegungsausgleich. Eltern beklagen sich jedoch permanent darüber, dass Sport regelmäßig das Fach ist, das am häufigsten ausfällt. Toben macht sogar schlau! Bewegung jeder Art erhöht nicht nur das allgemeine Wohlbefinden und baut Spannungen ab, sie fördert auch Lernbereitschaft, Lernfähigkeit und Leistungsfähigkeit.
 
Außerdem wird in jungen Lebensjahren der Grundstein für den späteren Lebensstil geprägt – und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr: Spätestens ab der Lebensmitte ist Bewegungsmangel ein Risikofaktor für viele Erkrankungen, auch für Diabetes mellitus! Wir fordern daher: Jeden Tag eine volle Stunde Sport / Bewegung in der Schule!

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3. Kein Verkauf von Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken an Schulen, Trinkwasserstationen an allen Schulen und Betrieben!
 
Experten empfehlen, dass Kinder deutlich weniger Süßigkeiten essen und weniger Limonade trinken sollten, als heute üblich ist. Denn wer z.B. häufig zuckergesüßte Getränke wie Limonaden und Eistee trinkt, hat ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Diabetes. Der Softdrink-Konsum in Deutschland hat sich in den letzten 40 Jahren aber z.B. um das Zweieinhalbfache gesteigert. Besonders in der Schule und am Arbeitsplatz sollte es allen leichter gemacht werden, sich gesund zu verhalten. Und da auch das Angebot die Nachfrage bestimmt, sollte die Auswahl an Getränken und Zwischenmahlzeiten in Schule und Betrieb eine gesunde Auswahl sein.
 
Wir wollen Kindern nicht verbieten, zuckerhaltige Getränke zu trinken oder Süßigkeiten zu essen. Wir möchten aber nicht, dass Schulen den Konsum fördern, indem sie das Angebot bereitstellen. Das Aufstellen von Trinkwasserstationen kann Übergewicht in der Schule vermeiden helfen. Trinkwasser hat jedoch keine Chance, wenn gleichzeitig zuckerhaltige Erfrischungsgetränke angeboten werden. Deshalb setzt die Förderung des Trinkwasserkonsums an Schulen ein gleichzeitiges Verkaufsverbot von zuckerhaltigen Getränken voraus.

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4. Ausweisung von Broteinheiten (BE) auf verpackten Lebensmitteln!
 
Mit dem sinnvollen Wegfall der Diabetiker-Lebensmittel 2012 ist leider auch die obligate Ausweisung von Broteinheiten (BE) auf verpackten Lebensmitteln entfallen. Das verunsichert viele Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen und die Dosis an den Kohlenhydratgehalt ihrer Nahrung anpassen müssen. Da die Angabe von Broteinheiten (BE) auf verpackten Lebensmitteln insulinpflichtigen Menschen mit Diabetes Sicherheit vermittelt, fordern wir, dass Brot- oder Kohlenhydrateinheiten auf allen verpackten Lebensmitteln verpflichtend deklariert werden sollten.

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5. Nährwertkennzeichnung für „Food-to-go“, direkt neben der Preisauszeichnung (z.B. die „Ampel“)!
 
In Deutschland wird zunehmend weniger gekocht und gemeinsam gegessen. Während die traditionellen Mahlzeiten weiter an Bedeutung verlieren, nehmen das „Snacking“ und der Außerhausverzehr zu. Es ist daher sinnvoll, die Nährwertkennzeichnung nicht auf verpackte Ware zu beschränken, sondern auch auf Außer-Haus-Mahlzeiten, Fast Food, Take-away-Mahlzeiten und Snacks auszuweiten.
 
Die Ausweisung des Energiegehaltes direkt am Verkaufspunkt neben dem Preis sensibilisiert das Bewusstsein der Verbraucher für den Kaloriengehalt und kann das Kaufverhalten beeinflussen. Wer mit dem Kaloriengehalt einer hochkalorischen Kaffeevariante unmittelbar an der Theke konfrontiert ist, wird sich eher für eine fett- und/oder zuckerärmere Variante und/oder eine kleinere Portionsgröße entscheiden können.

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6. Leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite verpackter Lebensmittel!
 
Nährwertinformationen stehen auf der Rückseite der Verpackung, sind häufig unter Laschen versteckt und schwer zu entziffern. Aber auch wenn die Tabellen lesbar sind, ist den meisten Menschen nicht klar, was die Zahlen bedeuten. Wer weiß schon genau, ob 28 g Zucker / 100 g für ein „Schlankmüsli mit Ballaststoffen“ wenig oder viel ist, ob „nur 20 % Fett absolut“ bei einem Streichkäse als fettarm anzusehen ist oder was „i.Tr.“ bedeutet? Daten und Angaben auf Verpackungen sind vielfach verwirrend.
 
Wir fordern daher auf der Vorderseite der Verpackung gut sichtbar eine Ampelkennzeichnung für „4+1“ Nährwertangaben, d.h. die Gehalte der vier maßgeblichen gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffe in 100 g Produkt: Gramm gesättigte Fette, Zucker, Salz, Ballaststoffe plus die Kalorienangabe in 100 g. Jede Angabe sollte mit einem Kreis in einer Ampelfarbe unterlegt sein, der für eine Empfehlung steht: grün für „gut, gesundheitsförderlich“, gelb für „aufpassen, in Maßen essen“ und rot für „nicht gesundheitsförderlich, selten essen“. So bekommen wir mit der Zeit durch Übung ein besseres Gefühl dafür, wie wir den Gesundheitswert eines verpackten Lebensmittels einschätzen können.

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7. Keine Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel und Getränke (zu fett, zu süß, zu salzig), die sich Minderjährige wendet!
 
Vor allem Lebensmittel mit hohen Fett-, Zucker- oder Salzgehalten werden massiv über vielfältige und kindgerechte Kanäle beworben. Ausgeklügelte Marketingstrategien unterlaufen die Bemühungen von Eltern, Pädagogen und Gesundheitskampagnen, Kinder für gesunde Lebensmittel und Getränke zu begeistern. Das Fernsehen bewirbt zu über 80 % ungesunde Lebensmittel, und zwar besonders während, vor und nach Kindersendungen. Zwar existieren freiwillige Selbstbeschränkungen der Lebensmittelindustrie bei der Fernsehwerbung – sie unterliegen jedoch keiner systematischen Kontrolle.
 
Anders als Erwachsene sind Kinder Werbebotschaften auch ungeschützter ausgeliefert. Fernsehwerbung, Cartoon-Figuren auf Lebensmittelverpackungen, Gratisspielzeug und prominente Werbeträger mit hohem Identifikationspotential für Minderjährige beeinflussen, welche Lebensmittel Kinder und Jugendliche auswählen, was sie (oder ihre Eltern) kaufen und was sie gerne essen und trinken. Wir fordern deshalb, dass an Minderjährige gerichtete Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel und Getränke vollständig unterbunden werden sollte.

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8. Einhaltung von Qualitätsstandards für die Schulverpflegung und in Betriebskantinen!
 
Vollwertiges, gesundes Essen und Trinken kann chronischen, lebensstilmitbedingten Erkrankungen wie z.B. Diabetes Typ 2 vorbeugen. Kinder sollten in der Schule gesund essen bzw. gesund essen lernen, wenn ihnen dies in ihrer Familie nicht vorgelebt wird. Eine vollwertige Schulverpflegung steigert außerdem die Lernleistung und schwächt Defizite in der Ernährung von Kindern und Jugendlichen ab. Gemeinsame Mahlzeiten in Schule und Betrieb befähigen zu gesundheitsbewusstem Handeln, verbessern das Essverhalten und fördern darüber hinaus die Kommunikation, die Entspannung, das soziale Miteinander und die Esskultur.
 
Wie eine gesunde, kindgerechte Ernährung in der Schule und eine gesundheitsförderliche Ernährung am Arbeitsplatz aussehen sollten, ist hinreichend bekannt und beschrieben. „Nur“ bei der Realisierung hapert es, denn eine gesunde Ernährung ist nicht zum Nulltarif zu haben. Wir appellieren an die Kultusminister der Länder, die Umsetzung von Qualitätsstandards für die Schulverpflegung verpflichtend einzuführen und für die Umsetzung Gelder bereit zu stellen. Auch sollten steuerliche Anreize die Umsetzung von Qualitätsstandards in Betriebskantinen und bei Caterern fördern.

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